English Samstag, 4. Februar

Flagge: United States of America Der Skandal bei Absolute Poker: Sicherheitslücke eingestanden – Statement für Sonntag angekündigt

Veröffentlicht am 23.10.2007 01:40 Uhr

Auch wenn die offizielle Untersuchung wohl gerade erst beginnt – die Nachrichten über Absolute Poker werden deswegen nicht weniger. Aus diversen Quellen ist zu vernehmen, dass der Mitarbeiter, der das umfangreiche Excel-File mit den Handhistories versandt hatte, inzwischen entlassen wurde. Ob es sich dabei um dieselbe Person handelt, die dem Nachrichtensender msnbc in einem anonymen Interview diverse weitere Informationen gegeben hatte, ist nicht bekannt.

Nat Arem und Serge "Adanthar" Ravitch (ein Anwalt aus New York), die Marco "CrazyMarco" Johnson bei der Datenanalyse behilflich waren, verfügen offensichtlich über weitere wesentliche Informationen, was bei AP tatsächlich schiefgelaufen ist. Derzeit will man dazu aber nicht allzu viel sagen. Man möchte offensichtlich abwarten, wie AP nun tatsächlich mit der Situation umgeht. Laut Ravitch gibt es allerdings Anzeichen dafür, dass man bei AP auf Druck der Kahnawake Gaming Commission intern schon ziemlich am Aufräumen ist und mindestens zwei hochrangige Angestellte die Firma inzwischen verlassen mussten. Genauere Informationen dazu soll es im Laufe des Sonntags geben, wenn AP ein nun schon seit zwei Tagen verschobenes Statement veröffentlichen will.

In jedem Fall hat der Skandal AP wirtschaftlich hart getroffen. Bereits als es nur Gerüchte über Betrügereien gab, haben viele ihre Accounts geschlossen. Nun, da auch AP das Sicherheitsloch eingestanden hat, dürfte der Exodus weitergehen. Und auch die Medien und Affiliates ziehen sich werbetechnisch in großem Umfang, zumindest vorerst, zurück.

Nachdem AP aber endlich eingesehen hat, welchen wirtschaftlichen Schaden man sich hier selber zugefügt hat, beginnt man nun endlich mit sinnvollen Gegenmaßnahmen. In einer E-Mail an alle Spieler bei AP gab man zu, dass tatsächlich eine "Sicherheitslücke" vorgelegen habe. Diese sei identifiziert und geschlossen worden. Darüber hinaus würden betroffene Spieler entschädigt. In einem ersten Schritt dazu erhalten alle Teilnehmer des betroffenen Turniers $ 500 in ihren Account. Dies soll eine Entschädigung dafür sein, dass AP es zugelassen hat, dass vertrauliche Daten (Accountnamen, IP-Adressen, E-Mail-Adressen) "unbeabsichtigt" an die Öffentlichkeit gerieten. Denn langsam wird AP wohl auch bewusst, dass das Thema sehr wohl straf- und schadenersatzrechtliche Konsequenzen haben kann. Formal hat AP seinen Sitz zwar in Costa Rica, aber Tokwiro Enterprises, die Holding, der AP angehört, hat ihren Sitz in Kahnawake in Kanada. Dazu Frank Catania, der als Berater für die Kahnawake Gaming Commission tätig ist: "Falls hier irgendetwas Illegales passiert ist, kann die Lizenz von AP widerrufen werden und gegebenenfalls muss auch Geld zurückerstattet werden." Darüber hinaus können verantwortliche Mitarbeiter natürlich auch strafrechtlich in Kanada verfolgt werden. Die Polizei in Québec gab dazu an, dass man den Fall beobachte, aber derzeit keine Informationen zum Stand der Ermittlungen geben könne.

Wie bereits berichtet ist die KGC sehr bedacht darauf, den Skandal schonungslos aufzuklären. Und so wie es aussieht hat die KGC ebenfalls allen Grund dazu, hier reinen Tisch zu machen. Denn Ravitch hat Informationen eines Reporters aus Montreal vorliegen, dass einer der ehemaligen Leiter der KGC (ein Stammesführer Namens Norton) finanziell an AP beteiligt ist (oder war). Es gibt zwar derzeit keinen Hinweis, dass Norton in den Betrug bei AP involviert ist, aber die Veröffentlichung dieser Information trifft natürlich auch die KGC zu einem mehr als unglücklichen Zeitpunkt. Trotz allem gibt es aber bisher keinen Zweifel daran, dass es sich bei der angeordneten Untersuchung wirklich um eine unabhängige Untersuchung handelt.

Wenn man sich die Entwicklungen im Fall AP ansieht wird einem klar, welchen Einfluss die Pokergemeinschaft inzwischen weltweit hat. Denn ohne den Austausch vieler kleiner Informationen wäre es kaum möglich gewesen so weit vorzudringen und damit den Druck auf AP so weit zu erhöhen, dass diese das Thema nicht mehr länger totschweigen konnten. Und nun gibt es weitere Puzzleteile, die es fraglich erscheinen lassen, ob Scott Tom wirklich Opfer und nicht doch Täter war. Denn angeblich wurde ein Spieler vor fünf bis sechs Monaten, während er bei AP spielte, von einer Person kontaktiert, die sich Scott Tom nannte. Dem Spieler wurde das Angebot gemacht, für $ 300 die neue Softwareversion zu testen. Der Spieler kontaktierte daraufhin den Support von AP, um festzustellen, ob dieses Angebot echt sei und bekam per E-Mail eine Bestätigung. Einerseits würde sich dadurch die Behauptung von AP, dass Scott Tom schon mehr als ein Jahr nicht mehr für AP tätig sei, als Unwahrheit herausstellen. Darüber hinaus aber handelte es sich bei dem Account, mit dem der angebliche Scott Tom den Spieler kontaktierte, um "Steamroller". Und das wiederum ist genau einer der Accounts, die neben "Potripper" in Verdacht stehen, in den Betrugsfall verwickelt zu sein. Derzeit lässt Serge Ravitch prüfen, ob diese E-Mail tatsächlich echt ist. Sollte sie sich als echt herausstellen, ist davon auszugehen, dass man bei AP schon lange weit mehr wusste als man bisher bereit ist zuzugeben.

Und auch Mark Seif ist wieder ein Gesprächsthema geworden. Zur Erinnerung: Es war der ursprüngliche Verdacht gegen ihn, dass er einen "Superuser"-Account besitzen würde, der alles ins Rollen brachte. Dementsprechend musste er sich gestern bei einem Turnier bei AP vielen Fragen der Railbirds stellen. Dabei machte er nicht gerade eine gute Figur. Denn auf der einen Seite erklärte er, nichts Genaues zu wissen, da er ja auch nicht zum AP-Management gehöre, auf der anderen Seite verneinte er aber die Möglichkeit, dass "Potripper" Informationen über die Holecards seiner Gegner bekommen haben könnte. Ein mehr als unglücklicher Umgang mit dem Thema. Zumal ja das Vorhandensein einer "Sicherheitslücke" inzwischen auch von AP bestätigt wurde. Zumindest erklärte er sich wohl bereit, seine Handhistories des fraglichen Cashgames zur Verfügung zu stellen, um den Verdacht gegen ihn selbst endgültig auszuräumen.
Quelle: http://www.intellipoker.com


Hinweis: ISA-GUIDE veröffentlicht auf Ihrem Internet-Portal verschiedene Artikel, Analysen, Kolumnen, Reportagen, Publikationen, Urteile, Interviews und Nachrichten, die aus unterschiedlichen Quellen stammen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der Autor.

Lesezeichen:
Lesezeichen bei Mr.Wong setzen Lesezeichen bei Yigg setzen Lesezeichen bei Linkarena setzen Lesezeichen bei Google setzen Lesezeichen bei Webnews setzen Lesezeichen bei Folkd setzen Lesezeichen bei Oneview setzen

Druckbare Version Druckbare Version

Werbung